Hühersuppe im Kochtopf

Erkältungskiller Hühnersuppe

In diesem Beitrag findet Ihr viele Tipps rund um eine wirklich gute Brühe und außerdem die Erklärung warum seit Jahrhunderten Hühnersuppe bei Erkältungskrankheiten als bewährtes Rezept gilt.

In unserer Familie gibt es ein ganz klares Suppen-Lieblingsrezept. Die Hühnersuppe. Wenn es draußen kalt und ecklig ist, dann machen wir uns eine Suppe – und wenn ich dann das Glück hatte ein frisches Biohühnchen zu bekommen, wird es gleich doppelt lecker.

Fertige Hühnersuppe in einer kleinen Suppenschüssel
Hühnersuppe Photocredit: © lilechka75 #230415386 (Adobe Photostock)

Was uns niemals (wirklich niemals) in den Topf kommt ist so ein ausgemergeltes, tief gefrorenes Suppenhuhn. Die tun mir noch immer leid, wenn ich die in der Truhe sehe. Ich stelle mir dann vor wie das arme Vieh bis zur ersten Mauser als Legehenne missbraucht wurde und dann – weil Hühner in der Mauser eben keine Eier legen – man ihnen dann für den Suppentopf den Hals umdrehte. Ja, ja ich weiß – auch ein Biohuhn hat kein so tolles Leben wie man sich das immer so vorstellt. Aber ein bisschen besser eben doch. Und vielleicht habt ihr ja einen Landwirt um die Ecke, der selbst schlachtet…

So wird’s ne gute Brühe:

Glückliche Hühner im Gras
Glückliche Hühner Photocredit: © Kamil Kurus #85165582 Adobe Photostock

Kein Salz – zumindest am Anfang!

Bitte eine Brühe/Suppe deren Hauptaugenmerk auf dem Geschmack der Brühe liegt niemals zu Anfang salzen. Warum? Es geht hier um das Prinzip der Osmose – ich versuche es mal kurz und knapp (seid gnädig, ich hatte immer eine fünf in Chemie):

In den Fleischzellen, befinden sich viele in Wasser gelöste Mineralsalze. Die Konzentration gelöster Teilchen ist in den Fleischzellen relativ hoch.
Die gelösten Teilchen werden versuchen, dorthin zu fließen, wo weniger gelöste Teilchen sind (im ungesalzenen Wasser). Umgekehrt wird das ungesalzene Wasser dorthin fließen, wo viele gelöste Teilchen sind, um das Verhältnis auszugleichen. Und die Zellsäfte aus dem Fleisch, die die gelösten Mineralsalze enthalten in Richtung ungesalzenes Wasser fließen. Das verleiht der Brühe ihr Aroma. Das Fleisch gibt seine Aromastoffe nach außen ab und geschmackloses Wasser strömt ins Fleisch. Und zwar so lange bis es in einem ausgewogenen Verhältnis zu einander ist. Wir haben dann ein schmackhafte Brühe und ein „ausgelaugtes“ Fleisch.

Doppelte Portion Gemüse

Der selbe Prozess funktioniert auch für das Auslaugen von Gemüse. Und das ist wiederum der Grund warum ich zweimal mit Gemüse arbeite. Im ersten Schritt nehme ich frisches Gemüse um der Brühe auch davon die Aromen zu geben. Nach dem abseien gebe ich dieses Gemüse nicht mehr hinzu. Es ist zwar als Balaststoff für den Darm noch gut geeignet, hat aber nicht mehr wirklich Geschmack und ist außerdem für meine Begriffe zu weich.

Möhren, Huhn, Lauch, Petersilie usw. Zutaten für die Suppe
Zutaten für meine Hühnersuppe. Photocredit: Maike Riedel

Weil ich faul bin und nicht so gern kleine Löffelgerechte Happen schneide, verwende ich dafür ein Packung TK Suppengemüse in Bioqualität. Bei TK Gemüse weiß ich durch die Schockfrostung auch, dass da wirklich noch alle Vitamine enthalten sind. Natürlich könnte Ihr alle frischen Zutaten doppelt kaufen und einfach klein schneiden. Wie ihr wollt.

(Verwertungsidee des ausgekochten Gemüse für Hundebesitzer: Gebt Eurem Wauzi einfach das Gemüse zu fressen. Mit Vitaminen wäre es zwar auch für ihn noch besser, aber es schadet nicht z.B. eine Portion Barf damit anzureichern. Holt nur vorher die Piment und Pfefferkörner raus oder verwendet von Anfang an ein Netz für die Suppengewürze.)

Kaltes Wasser verwenden

Wie im Rezept beschrieben gibt man Gemüse und Hühnchen in kaltes Wasser. Warum genau, da streiten sich die Geister, denn es gibt dafür keine wissenschaftlich fundierte Erklärung. Angeblich würde der osmosische Prozess im kalten Wasser besser funktionieren – was natürlich Quatsch ist weil die Suppe die meiste Zeit ja köchelt. Und auch die Idee, dass die Poren offen blieben weil die Proteine nicht gerinnen und so die Poren verschließen, ist als Porenlegende widerrufen worden. (Diese Erklärung ist noch unfundierter als der Prozess der Osmose -aber ich habs versucht!) Aber ist auch egal: Nehmt kaltes Wasser, es dauert etwas länger aber es wird – nicht nur bei mir – immer ein gutes Ergebnis.

Maillard-Reaktion

Auch bei diesem Rezept kommt natürlich die halbierte Zwiebel zum Einsatz – warum und wie es geht, könnt Ihr hier lesen: Seelenfutter (Gemüseeintopf). Die Zwiebel sowie das auslaugen des Gemüse sind bei meiner Brühe dafür verantwortlich das sie relativ dunkel wird. Also mit diesem Rezept erhaltet Ihr keine klare Brühe.

Umami

Nein, ich mach‘ jetzt keine Tube auf! Erst einmal die Erklärung: Seid nicht enttäuscht wenn dann Eure Brühe nach zwei Stunden simmern immer noch nicht der Geschmackshammer ist. Ihr schmeckt Natur pur. Keine Geschmacksverstärker, kein Glutamat. Einfach nur eine leichte Süße könnte man sagen. Wie ihr nun einen natürlichen Geschmacksbooster einbringen könnt, ist ganz einfach. Nutzt ein paar getrocknet Shitakepilze. Die enthalten nämlich ganz hohe Anteile natürliche Aminosäure Glutaminsäure, das was die Industrie biotechnisch als Glutamat herstellt. Und wenn ihr ein paar getrocknete Pilze mitsimmern lasst, bekommt ihr auf ganze natürliche Weise einen intensiveren Geschmack. Die Pilze vor dem servieren einfach raus nehmen.

Umami ist übrigens nehmen den Geschmacksinnen süß, sauer, salzig, bitter die fünfte Geschmack-Sinneswahrnehmung des Menschen der würzig, fleischig und wohlschmeckend umschreibt. Es kommt aus dem japanischen für „Schmackhaft“ und es gibt es tatsächlich auch in der Tube als Paste.

Hühnersuppe

Einfach und schnell zubereiteter Erkältungskiller…
Vorbereitungszeit15 Min.
Zubereitungszeit1 Std. 30 Min.
Arbeitszeit1 Std. 45 Min.
Gericht: Eintopf
Land & Region: Deutschland, rheinhessen
Keyword: Erkältungskiller, Hausmannskost, Suppe, Wintergericht
Autor: Frl. Fine

Zutaten

  • 1 Stück Zwiebel Bioqualität
  • 1,5-2 kg Hühnchen oder Hühnerschlegel Bioqualität
  • 1 Viertel Sellerie
  • 1 Stange Lauch
  • 2 Stück Möhren/Karotten
  • 1 Stück Petersilienwurzel
  • Suppengewürze (Piment, Lorbeer, schwarze Pfefferkörner)
  • 3-4 Stück getrocknete Shitakepilze
  • 1 Stück Ingwer (optional)
  • 1 Packung Suppengemüse (TK) Bioqualität
  • 200 g Reis
  • 1 Glas Hühner- oder Gemüsefond (optional)

Anleitungen

  • Vorbereitungen: Das frische Gemüse waschen und in grobe Stücke schneiden. Das Huhn gut waschen und auch zur Seite legen. Die Zwiebel halbieren, Schale dran lassen. Suppengewürze bereitlegen. 
  • Zunächst die Zwiebel halbieren und im Topf, auf den Schnittseiten, ohne Fett, anrösten. Warum erfahrt ihr im Rezept „Seelenfutter
  • 2,5 Liter (kaltes) Wasser hinzufügen. Das frische, grob geschnittene Suppengemüse hinzugeben. Ebenso das Huhn sowie die Suppengewürze und die getrockneten Pilze. 
  • Das ganze nun für 1 Stunde knapp unter dem Siedepunkt garen. Wer Ingwer nehmen mag, der gibt ihn in den letzten fünf Minuten hinzu.
  • Die gesamte Suppe durch ein feines Sieb oder besser noch ein Passiertuch geben, die Brühe natürlich auffangen. Das Huhn oder die Schenkel aus dem Sieb nehmen. Restverwertung des Gemüse wie im Text möglich. Die Brühe wieder auf dem Herd aufsetzen und zum kochen bringen. Die Suppe erst jetzt (!) salzen. Nun das TK Suppengemüse hinzufügen. Wenn es wieder kocht, Reis hinzufügen – das ganze ca. 15 köcheln lassen. 
  • Nun noch kurz das Hühnerfleisch in der Suppe erwärmen. Auf vorgewärmte Suppenteller ein Prise Muskatnuss reiben und die Teller füllen.

Warum ist Hühnersuppe ein Erkältungskiller?

Wenn man Hühnersuppe ist werden im Körper ganz bestimmte weiße Blutkörperchen – die so genannten Neutrophilen – die für Entzündungsprozesse mitverantwortlich sind, in ihrer Bewegung blockiert. Diese Neutrophilen werden bei Virusinfektionen – also auch beim grippalen Infekt – in großen Mengen freigesetzt. Sie lösen Entzündungen und Schwellungen der Schleimhäute in den oberen Atemwegen aus.

Weitere Studien deuten zudem darauf hin, dass sich das in der Hühnerbrust enthaltene Carnosin positiv auf unsere Immunabwehr auswirkt. Dadurch können Krankheitserreger besser abgewehrt und bekämpft werden.

Außerdem hilft die Hitze der Hühnersuppe, die Schnupfenviren zu bekämpfen. Die Viren sind nämlich temperaturempfindlich und werden so in ihrer Vermehrung gehemmt. Gleichzeitig befeuchtet der heiße Dampf die Schleimhäute, was den Abfluss des Sekretes in den Atemwegen fördert.

Wer die entzündungshemmende Wirkung der Hühnersuppe noch steigern will, kann ein Stück Ingwerwurzel 10 Minuten vor dem Ende der Garzeit hinzugeben.


Quelle und mehr zum Thema: https://www.gesundheit.de/wissen/haetten-sie-es-gewusst/ernaehrung/hilft-huehnersuppe-wirklich-bei-erkaeltungen

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