Rohrnudeln mit weinseligen Zwetschgen

Der vergangene 03. Oktober war für mich ein voller Erfolg. Zum ersten Mal habe ich an der Schlemmerwanderung teilgenommen und dort süße wie herzhafte Kleinigkeiten angeboten. Im Vorfeld der Veranstaltung gab es diverse Tipps und Hinweise wie viele  Portionen man so vorhalten sollte, welche Sachen gut und welcher weniger gut gehen.

Auf Nachfrage der Veranstalter was ich denn machen würde habe ich Tarte Tartin und Rohrnudeln mit weinseligen Pflaumen für den süßen Part angegeben, Rheinhessische Kartoffel-Riesling-Rahmsuppe in der Brottasse sowie Spinat-Ricotta-Tarte für das Herzhafte. Erweitert habe ich dann noch kurzfristig Tarte au Chocolat und Spitzkohl-Kräuterseitling-Tarteletts. Ich hatte am Ende 40 Liter Suppe und 200 Brottassen dabei (später gabs Suppe, dann aus dem Teller), 125 Spinat-Ricotta-Tarteletts, 70 Spitzkohl-Kräuterseitling Tartes, 48 Tarte au Chocolat, 40 Tarte Tartin und 60 Rohrnudeln mit weinseligen Zwetschgen … mehr war bei einer One-Woman-Show in der Vorbereitung und einem gewissen Anspruch an Frische nicht zu machen. Drei Stunden Schlaf waren noch drin, bevor es dann morgens mit dem Aufbau und dem fertigbacken der Rohrnudeln weiterging….

Mir persönlich haben die Rohrnudeln am besten geschmeckt. Das liegt allerdings auch daran, dass ich ein absoluter Hefeteig-Fan bin und mich in jedwedes Erzeugnis aus Hefeteig setzen könnte. Hier das Rezept:

Weinselige Pflaumen

  • 1,5 kg Zwetschgen
  • 350 ml Rotwein
  • 250 ml roter Portwein
  • 185 g + 2 EL Zucker
  • 2 Zimtstangen oder Latwersch-Gewürzmischung

Die Zwetschgen waschen, entsteinen und halbieren. Dann in größere Gläser mit Twist off Deckel oder die klassischen WECK Einmach Gläser schichten. Die restlichen Zutaten mischen und über die Zwetschgen geben. Das war es im Grunde schon. Nun die Gläser in einen Einwecktopf geben, Wasser einfüllen (oberste Glasreihen, zwei Finger breit unter dem Rand aufhören) diesen auf 90 Grad hochheizen und die Zwetschgen nach erreichen der Temperatur 30 Minuten einkochen. Man kann die Zwetschgen auch in einem großen Kochtopf einkochen. Dazu einfach unten auf den Boden zwei Zewatücher legen, die Gläser einstellen, ebenso wieder Wasser bis zwei Finger breit unter den obersten Glasrand geben, das Wasser aufkochen und wenn der Inhalt der Gläser (!) zu blubbern anfängt, 30 Minuten einkochen.

Rohrnudeln

  • 1 Würfel (21 g) Hefe
  • 1 Prise Salz
  • 500 g Mehl
  • 1 Ei (Größe M)
  • 1 Päckchen Vanille-Zucker
  • 1/4 l Milch
  • 75 g Butter
  • Mandelblättchen
  • ca. 100 g Schlagsahne
  • Mehl für die Arbeitsfläche
  • Fett für die Auflaufform oder Auflaufförmchen

Ihr erwärmt die Milch kurz im Topf oder der Mikrowelle. Den Hefewürfel in einer kleinen Schale zerbröseln, ein wenig von der lauwarmen (! Wichtig, nicht zu heiß, sonst werden die Hefepilze abgetötet) sowie den Vanillezucker dazu geben und rühren bis die Hefe aufgelöst ist. In die Schüssel der Küchenmaschine 3/4 des Mehls sieben, eine Mulde eindrücken und den so genannten Vorteig einfüllen. Darauf das restliche Mehl sieben, sodass die Hefemischung so ein bissl warm zugedeckt wird. Nun die Schüssel mit einem sauberen Küchenhandtuch abdecken und an den Vorteig an einem warmen, zugfreien Ort 15 min gehen lassen.

Zwischenzeitlich noch die Butter schmelzen und abkühlen lassen (auch hier: nicht zu heiß später zu der Hefe geben!). Nach den 15 min. einfach ein Ei, den Rest der Milch, die geschmolzene Butter, eine Prise Salz zum Vorteig geben und das ganze mit dem Knethaken der Küchenmaschine so lange kneten, bis ihr das Gefühl habt die Maschine hat keinen Bock mehr und quält sich …. (bei meiner dauert das so fünf Minuten, der Teig ist dann schon schön fest und schlängelt sich immer mehr nach oben…). Den Teig vom Knethaken entwirren, die Arbeitsfläche bemehlen und den Teig noch mal so richtig kräftig durchkneten – falls Aggressionen abgebaut werden müssen – eine tolle Variante.

So, dann sind wir schon fast soweit. Dieser Teig braucht jetzt 45 Minuten Ruhe – wieder zudecken und an einen warmen Ort, zugfrei stellen. Hefeteig mag keinen Zug, direkten Salzkontakt und zu heiße Zutaten (Milch/Butter) ebenfalls nicht – wenn man das beachtet, sollte das eigentlich immer klappen.

Ich habe für die Schlemmerwanderung den Hefeteig in kleine Klößchen geformt und einzeln in Weckgläsern gebacken, damit ich direkt die richtigen Portionen hatte. Ihr könnt jetzt einfach eine hohe Auflaufform nehmen, diese buttern und dort Hefeteigklöße – etwa in eine Kinderfaust groß – einsetzen. Nicht zu nah, die gehen noch auf und stoßen von allein aneinander. Jetzt auf die Hefeteigklößchen vorsichtig Mandelblättchen und je einen halben TL Zucker streuen, ganz vorsichtig die Sahne übergießen und dann ab in den Ofen. Bei ca. 160 bis 180 Grad 20 Minuten. Da müsst Ihr ein bisschen nach Eurem Ofen schauen, bei mir reichen 160 Grad in der Einstellung, da der Ofen teilweise höher heizt.

Nun ein Glas weinselige Pflaumen in die Kasserolle geben, aufkochen, mit Mondamin ein wenig abbinden und fertig sind die Rohrnudeln mit den weinseligen Zwetschgen.

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