Strandabgang_Domaene_Bill

Töwerland Tipps

… und hier nun – auf der vielfachen Wunsch einer einzelnen Dame – geht es weiter mit ein paar Tipps für einen Urlaub auf Juist.

Wo wohnt man am schönsten?

Pferdekutsche
Pferdekutsche – das einzige Fortbewegungsmittel außer Fahrrad und per Pedes

Diese erste Frage ist direkt eine der größten Herausforderungen – denn sie ist allgemein gültig – wie so viele Fragen im Leben – gar nicht zu beantworten. Die Gegenfrage lautet: „Wie lange darf der Weg zum Bäcker sein?“ Ich beispielsweise verbringe meinen Urlaub am liebsten an Orten, an denen man eine gewachsene Infrastruktur vorfindet. Angefangen bei einem „richtigen“ alten Ortskern geht es da direkt weiter mit einem guten Bäcker, wenn möglich Metzger, ein kleiner Supermarkt, vielleicht ein guter Käseladen und ein paar wirklich ansprechende Läden mit Schnickschnack und Mode. Auch sehr schön: Eine gute Buchhandlung oder ein gut sortierter Kiosk mit Tageszeitung, Zeitschriften und Magazinen. Im Norden darf natürlich ein Bude mit Matjesbrötchen nicht fehlen. Leckere Restaurants und vielleicht eine urige Kneipe.

Strandschild
Überall auf der Insel ist man innerhalb von max. 10 Minuten am Strand

Und damit wären wir schon bei einem Grund warum Juist – im Hauptort – mein absoluter Favorit ist. Hier gibt es all dies und noch mehr. (Auf meiner zweitliebsten Insel Spiekeroog ist das übrigens auch so – aber in vielen holländischen Dörfern z.B. nicht – mehr.)

Also die Frage „Wo“ ist für uns in Juist ganz klar: Nicht im ruhigen Ostdorf, nicht im Ortsteil Loog und nur auf den ersten 100 Metern der Billstraße. Wir wollen hier immer mitten rein – und wir haben alles andere schon ausprobiert. Es ist auch schön, aber eben nicht sooo schön.

Ferienwohnung oder Hotel/Gästehaus?

Da kann ich jetzt leider gar nicht so viel dazu sagen. Bisher waren wir immer in einer Ferienwohnung. Und davon gibt es auf Juist wirklich reichlich. Man kann über die gängigen Portale wie fewo.de oder traum-ferienwohnung.de, direkt bei Hausverwaltungen wie der Wfv-GmbH oder einfach auf Juist.de suchen. Es gibt super schicke Angebote, wie aus dem Katalog, aber auch einfache Wohnungen.

Osterfeuer
Ein besonderes Spektakel – Osterfeuer am Karsamstag
Strandspiele
Bei fast jedem Wetter wird am Strand gebuddelt.

Wir haben immer den Anspruch nicht „schlechter“ als zu Hause zu wohnen. Das funktioniert auf Juist einfach. Die meisten Wohnungen sind saniert, meist skandinavisch, weiß, maritim eingerichtet. Aktuell denke ich zwar, die Vermieter/Eigentümer könnten sich mal bissl was zur Individualität einfallen lassen und der IKEA Manager der nächst gelegenen Filiale sollte Provisionen auszahlen, aber besser so, als das aussortierte Jugendzimmer aus den 1970ern.

Besondere Läden

Strandkrabbe
Strandfund nach Sturmflut

Ein paar der Geschäfte, die mir ans Herz gewachsen sind und die ich immer wieder gern besuche (sofern ich die Webseiten gleich gefunden habe, habe ich sie verlinkt – Werbung unbezahlt, aber von Herzen):

Allen voran der kleine Käseladen Kees un Botterfatt,  im Souterain des Hotel Friesenhof. Dort gibt es – wie der Name schon verspricht – Käse und sogar Butter aus dem Fass. Beides sehr empfehlenswert. Des Weiteren ein Spezialitätenauswahl an Wurst und ein paar Grundnahrungsmittel. Außerdem selbst gerührte Marmelade, Feinkost und Buttermilch to go (!).

Strand nach Sturmflut
.. nach der Sturmflut

Außerdem gehe ich gern zu Poppinga – hier gibt es Presseartikel aller Art, Tabak und Whisky. Insbesondere die tolle Auswahl an Zeitschriften führt mich immer wieder dort hin, aber auch Josefine ist bester Kunde in Sachen Postkarten – davon haben die Poppingas sogar eine eigene Auflage mit Bildern aus Juist!

Ankerkette
Stillleben an der Domäne Bill
Rosinenstuten
Rosinenstuten mit Butter und dazu heißer Kakao

Als leidenschaftliche Bäckerin muss ich natürlich auch immer zum Bäcker. Und das ist für mich immer ein „Fest“ – ich kaufe so viel Backwaren bei der Bäckerei Remmers, dass man eigentlich eine Großfamilie eine Woche lang ernähren kann. Aber es wird immer leer gefuttert. Ob Rosinenstuten, Brötchen oder Butterkuchen – ich finde alles lecker und könnte mich reinknien.

Eine klitzekleine Kritik gibt es allerdings – wenn am Morgen die Schlange bis auf die Straße reicht und die fleissigen Verkäuferinnen so hurtig bedienen, wird mir immer ganz dusselig und ich hätte gern mehr Zeit zum aussuchen, schauen und entscheiden – ich fühle mich da immer bissl „gehetzt“. Ok – jammern auf hohem Niveau, denn wäre es anders rum und die Verkäuferinnen Schnarchnasen, die Wartenden stünden bis zum Haus des Wattführer Heino (mit ihm unbedingt eine Wattwanderung planen), wäre es natürlich auch nicht recht.

Josefine
Strandleben

Und dann wäre da noch die Boutique Strandpunkt – immer exklusive und besondere Mode. Diverse Labels mit einer Auswahl, die so manchem Großstadt-Fashion-Store abgeht. Außerdem gibt es dort so tolle Hundhalsbänder – unser Matjes hat das sein Band mit „Juister Schnauze“ her.

Es gibt noch viele andere schöne Geschäfte ob Aust Fashion, Flaggshipp Store, Brandung Juist, Lotterleben Juist, Erdbeerfisch Juist – es gibt im Grunde alles was das Herz begehrt.

Kutsche
Romantische Kutschfahrt im Sonnenuntergang

Restaurants und Cafes

Theke
Abholtheke im Forken Hannes

Wenn der Vater nach dem Sohne das Geschäft übernimmt, alles neu macht und vom Gabeljürge zum Forkenhannes wird, ein komplett neues Konzept an den Start bringt, kann das schief gehen oder excellent. Ich bin der Meinung es ist mehr als gelungen. Nicht nur die ansprechende Innenarchitektur, sondern auch die Karte der „Küsten Kantine“ wie sie sich selbst bezeichnen ist hervorragend. Ich habe noch nie (!!!) so ein ausgezeichnetes Kindermenü mitprobieren dürfen – Josefine hat aber den kompletten Teller mit zwei Schollenfilets, Kartoffelschnee (Kartoffeln durch die Presse) und Dill-Gurkensalat allein verputzt.

Garderobenhaken
Garderobe im Forken Hannes

Bemerkenswert auch die alkoholfreie Getränkeauswahl, die aus Produkten besteht, die nachhaltig und mit Spenden agieren ( z.B. Viva con Aqua, Lemon Aid, Cucumis). Sicher wird es die ewig gestrigen geben, die beim Spruch „Wir haben eine freundliche Selbstbedienung“ am Eingang, wieder auf dem Absatz kehrt machen. Aber die haben keine Ahnung was sie verpassen.

Domäne Bill
Domäne Bill – ein Sehnsuchtsort

In jedem Juisturlaub ist für uns einmal die Domäne Bill Pflicht. Auch hier gefällt mir die heimelige, dennoch moderne Atmosphäre. Es ist wunderbar eingerichtet, ziemlich groß, dennoch gemütlich. Auch hier gibt es die Speisen und Getränke nur über Selbstbedienung. Aber auch: Flott, freundlich und besonders lecker. Ob Eintopf, Matjes oder der beste Milchreis der Insel. Der selbstgemachte Stuten (auch gern mal herzhaft belegt!) ist obligatorisch. Wir sind bisher immer mit der Kutsche hingefahren, nach der Einkehr erst mal um die Westspitze gelaufen und dann den ganzen Strand bis zum Ortskern zurück. Ist ein stolzer Marsch – aber es lohnt sich. Wer mag kann auch ein Teil auf der Wattseite im Wäldchen und am Hammersee laufen, auch sehr schön. Nur ein Tipp, wenn ihr am Wasser laufen wollt: Schaut vorher auf die Wetterapp woher der Wind weht – solltet ihr ausnahmsweise mal Ostwind haben – macht es umgekehrt und fahrt mit der Kutsche zurück… (und solltet ihr wirklich, wirklich mal Ostwind haben – lauft an dem Tag vielleicht zur Ostspitze und sucht nach Bernstein – das könnte dann erfolgreich sein).

Teatime
Teestunde mit Ostfriesentee

Mein Mann liebt Grünkohl und den essen wir immer im Lütje Teehus im Januspark. Unweit des Ortskerns, vorbei am Alten Warmbad, der Inselboutique (seit Ende 2018 leider geschlossen) und der Nähe des schönsten Kinos das ich kenne – ebenfalls unbedingt einplanen . Nun sollte man meinen, in einem Teehus isst man eher Kuchen zu lecker Ostfriesentee auf dem Stövchen. Klar, gibt es das auch. Auch frische Waffeln oder Pfannkuchen. Aber der Grünkohl ist wirklich lecker, versprochen. Und der Eiergrog, der ist der Hammer.

Das Lütje Teehus gehört übrigens zum „Rippe-Imperium“ – ich sag das mal kätzerisch, aber ohne Neid. Wohl dem, der Mut hat und investiert. Fast alles was ich bisher von Axel Rippe gesehen habe, war geschmackvoll und erfolgreich. Ob das nun die Gastronomien sind oder die Ferienhäuser und Wohnungen. Mein Übernachtungswunsch bleiben die Reethuus Varianten Nord und Süd – ein Traum. Fehlen nur die „Miturlauber“, denn allein ist das zu groß und teuer. Damit es nicht so nach Werbung aussieht – ein kleine Kritik: Das „Baumanns“ (gehört auch zur „Juist-Gastronomie“) finde ich nicht gut. Es hat was von „Cafe-Ketten-Kultur“ – die Produkte haben mich nicht überzeugt und die Auswahl schon mal gar nicht.

Wattwanderung
Eine Wattwanderung mit Heino muss sein

Es gibt so viel, was wir auf Juist gern besuchen und der Post hier überschreitet jetzt schon alles an Länge was „zumutbar“ ist. Daher hier noch ein paar Tipps auf die Schnelle. Für alle kleinen Mädchen ein Traum – die Kutschfahrt über den breiten Sandstrand. Das geht nur bei Niedrigwasser und ist nicht gerade ein günstiges Vergnügen – aber vielleicht gibt es ja jemanden zu beschenken…) Hier erkundigt man sich am besten direkt am ersten Tag oder sogar schon vor dem Urlaub nach einem möglichen Termin (Blick auf die Wetterapp nicht vergessen!)
Mit Heino kann man günstiger einen Ausflug planen – und es gibt niemanden der sich besser auskennt. Wattwanderungen sind Pflicht!
Mit kleinen Kinder lohnt sich immer ein Besuch im Nationalparkhaus. Neben einer lebendigen Ausstellung zum Thema Wattenmeer und Nationalpark gibt es Aufführungen mit Wattschnecke oder Robbe für Kleinkinder. Sehr süß gemacht.
Und dann noch ein paar Gastrotipps:

Kutschfahrt
Kutschfahrten über den Strand gibt es auch
  • Juister Fischkehuus (Am Rosengang 3a) – für alle die auch mal frischen Fisch in der Ferienwohnung zubereiten möchten oder unkompliziert in der Schnellgastronomie vor Ort verzehren.
  • In’t Veerhuus – traditionelle Gastronomie und Atmosphäre – mein Favorit ist hier der Labskaus
  • Domäne Loog – einfache, ursprüngliche Gastronomie kurz vorm Hammersee. Immer einen guten Eintopf wert und der Sanddorn-Käsekuchen ist super.
  • Meeresleuchten – Bistro und Weinbar mit kleinen Speisen und einer gepflegten Weinauswahl. Im Winter mit Glühweinbude.
  • Hafenrestaurant – unbedingt reservieren. Klassiker der norddeutschen Küche ebenso wie Wildgerichte. Von außen eher „unscheinbar“, kulinarisch aber einen Abend wert.
  • Restaurant im Hotel Friesenhof. Die gediegene Variante für das gepflegte Abendessen, mit perfektem Service und sehr leckerem Essen.
  • Juister Auster – die Gastronomie von Jens Heistermann haben wir auch noch in keinem Urlaub ausgelassen. Witzig finde ich immer wieder – hier probieren scheinbar erstaunlich viele Menschen zum ersten Mal Austern…. die Gesichter sind phänomenal. Super sind auch die Brötchen für auf die Hand. Frisch belegt, immer lecker.
Strandabgang
Aufgang zum Cafe Wilhelmshöhe
Müllsammlung
Aktion „Nimm 3“ – immer Müll vom Strand mitnehmen
Kitertreffpunkt
Kitesurfer und -segler Treffpunkt beim Cafe Wilhelmshöhe
Fahrwasser
Wenn die Biskaya von James last zum Abschied läuft, heule ich immer wie ein Schlosshund

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